
Der chinesische Automobilhersteller BYD steht im Fokus von Anlegern, weil die Börse das Unternehmen trotz rekordartiger Auslandsverkäufe stark abstraft. In den letzten zwölf Monaten fiel die Aktie um rund 30 %, während das Unternehmen im September 2026 einen Exportzuwachs von fast 154 % verzeichnete. Dieser Artikel beleuchtet die Zahlen, erklärt die Ursachen des Kursverfalls und zeigt, welche Rolle die internationalen Märkte für die zukünftige Profitabilität von BYD spielen.
Exportrekord September 2026: Zahlen, die überzeugen
Im September 2026 lieferte BYD weltweit 463.561 Neufahrzeuge aus – ein Plus von 17 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Davon wurden 179.877 Fahrzeuge (Pkw & Pickups) in den Export gebracht, was einem Wachstum von 153,9 % im Vergleich zum September 2025 entspricht. Der Exportanteil betrug damit knapp 39 % des monatlichen Gesamtvolumens.
„Der Export ist damit der Wachstumstreiber schlechthin“, heißt es in der internen Analyse von BYD. Die konkreten Stückzahlen belegen, dass das Unternehmen trotz eines rückläufigen Inlandsabsatzes in der Lage ist, neue Märkte zu erschließen.
Kumulierte Jahresbilanz: Warum das Gesamtziel wackelt
Bis zum Ende des neunten Monats lag der kumulierte Absatz bei 3,131,576 Einheiten – ein Rückgang von 4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dieser Rückgang gefährdet das Jahresziel von 5-5,5 Millionen Fahrzeugen. Der Grund liegt vor allem im chinesischen Heimatmarkt, wo gekürzte Subventionen und ein intensiver Preiskampf die Verkaufszahlen dämpfen.
Finanzielle Halbjahresbilanz: Margen steigen, Gewinn fällt
Im ersten Halbjahr 2026 sank der nach Aktionären zurechenbare Nettogewinn um 20,54 % auf 12,33 Milliarden CNY. Gleichzeitig fiel der Umsatz um 7,13 % auf 344,8 Milliarden CNY. Trotz dieser Rückgänge stieg die Bruttomarge von 18,01 % auf 18,85 %, getrieben von margenstarken Überseeverkäufen. Der Auslandsumsatz machte erstmals über 52 % des Gesamtumsatzes aus.
„Im Ausland erzielt BYD höhere Margen“, betont der Finanzanalyst Phate Zhang von CnEVPost. Diese Entwicklung unterstreicht das Potenzial der Globalisierungsstrategie des Unternehmens.
Aktienkurs und Marktstimmung: Der große Börsen-Irrtum?
Die BYD-Aktie hat in den letzten zwölf Monaten rund 30,17 % ihres Wertes verloren und notiert aktuell bei etwa 8,38 Euro pro Aktie. Analysten gehen jedoch von einem Kursziel von circa 14 Euro aus, was einem Aufschlag von fast 6 Euro entspricht. Viele Marktbeobachter bezeichnen die Aktie als „massiv unterbewertet“.
„Die Aktie gilt als massiv unterbewertet, wenn man die Analysten fragt“, heißt es in einem Beitrag von Finanztrends.de. Die Diskrepanz zwischen den Fundamentaldaten und dem Börsenkurs wirft die Frage auf, ob Anleger jetzt verkaufen oder einsteigen sollten.
Risiken aus dem Heimatmarkt und geopolitische Hürden
- Schwäche des chinesischen Binnenmarktes: Rückgang des Inlandsabsatzes durch geringere Subventionen und intensiven Preiskampf.
- EU-Zollbelastungen: Geplante Sonderzölle für chinesische E-Autos und Hybride könnten die Margen im europäischen Markt weiter belasten.
- Abhängigkeit von Exportwachstum: Das Jahresziel kann gefährdet sein, wenn das Exportwachstum nicht nachhaltig gehalten wird.
Der Guardian berichtet, dass die EU bereits Alarm schlägt wegen steigender Importe chinesischer Hybridfahrzeuge, was auf mögliche protektionistische Maßnahmen hindeutet.
Strategische Ausrichtung: Wie BYD die Margen im Ausland stärkt
Die Kombination aus steigenden Exportzahlen und höheren Margen im Ausland bildet das Kernstück der BYD-Strategie. Für das Gesamtjahr 2027 plant das Management, 2,5 Millionen Fahrzeuge im Ausland zu verkaufen – ein klares Signal, dass das Unternehmen die Internationalisierung weiter vorantreiben will.
„Die höhere Marge im Ausland spiegelt das Potenzial der Globalisierungsstrategie wider“, fasst ein Analyst von Deutsche Bank Research zusammen.
Schnellüberblick:
Wie setzt sich die Exportsteigerung von BYD im September 2026 konkret zusammen?
Im September 2026 exportierte BYD 179.877 Einheiten (Pkw & Pickups), was einem Wachstum von 153,9 % gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht (Reuters, 2026).
Warum fiel der Nettogewinn im ersten Halbjahr 2026 trotz der Exportsteigerungen?
Der Preiskampf in China senkte die Inlandsumsätze und die dort erzielten Margen, wodurch der Nettogewinn um über 20 % zurückging, obwohl das Ausland höhere Margen erzielte (CnEVPost, 2026).
Welches Risiko birgt die EU-Handelspolitik für BYD?
Geplante EU-Sonderzölle für chinesische Elektro- und Hybridfahrzeuge könnten die Margen von BYD in Europa weiter belasten und die Exportstrategie erschweren (The Guardian, 2026).
Wie bewerten Analysten das Kursziel von BYD?
Mehrere Analysten sehen ein Kursziel von etwa 14 Euro als realistisch an, was einem Aufschlag von fast 6 Euro gegenüber dem aktuellen Kurs entspricht (Finanztrends.de, 2026).
Quellen
- https://www.investing.com/news/stock-market-news/chinas-byd-sales-rise-in-september-as-export-boom-sustains-momentum-3642398
- https://cnevpost.com/2026/08/28/byd-h1-2026-financial-results/
- https://www.businesstimes.com.sg/companies-markets/byd-targets-2-5-million-overseas-sales-2027-china-price-war-squeezes-profits
- https://www.theguardian.com/business/2026/sep/24/alarm-bells-sound-in-brussels-as-eu-sales-of-chinese-hybrid-cars-rocket







