
Die Preise für seltene Erden haben in den letzten Monaten stark angezogen, während der VanEck Rare Earth and Strategic Metals UCITS ETF gleichzeitig an Wert verliert. Dieser Widerspruch wirft Fragen zu den zugrunde liegenden Marktmechanismen, geopolitischen Risiken und der Zusammensetzung des Fonds auf. Der folgende Artikel beleuchtet die wichtigsten Daten, erklärt die Ursachen der Diskrepanz und gibt Anlegern einen schnellen Überblick über die relevanten Kennzahlen.
Rohstoffpreise für Seltene Erden im Aufwärtstrend
Die Nachfrage nach strategisch wichtigen Metallen wie Dysprosium ist seit Jahresbeginn 2026 um bis zu 45 % gestiegen – ein Anstieg, der laut Marktanalysen auf technologische Fortschritte und den Fokus auf erneuerbare Energien zurückzuführen ist. Der Preisindex der China Rare Earth Industry Association erreichte am 9. Juli 2026 einen Stand von 272,4 Punkten, wobei insbesondere schwere Seltene Erden stark zulegten, während leichte Erden weitgehend unverändert blieben.
„Der Preisindex der China Rare Earth Industry Association erreichte am 9. Juli 2026 einen Stand von 272,4 Punkten.“
Diese Preisentwicklung verdeutlicht, dass die Rohstoffmärkte von einer Kombination aus steigender Nachfrage und geopolitischen Spannungen, insbesondere zwischen den USA und China, geprägt sind.
VanEck Seltene Erden ETF: Kursentwicklung und aktuelle Kennzahlen
Der VanEck ETF notiert aktuell bei 13,78 Euro, nahezu unverändert zum Vortag. Auf Wochensicht liegt jedoch ein Verlust von 6,86 % vor, während die Monatssicht einen Rückgang von 5,10 % ausweist. Das 52-Wochen-Hoch von 18,76 Euro, erreicht im Mai 2026, ist inzwischen um mehr als ein Viertel gefallen.
- Jahresbeginn-Performance: +7,39 %
- 12-Monats-Performance: +83,98 %
- 200-Tage-Durchschnitt: 14,42 Euro (ETF liegt 4,47 % darunter)
- 50-Tage-Durchschnitt: 16,04 Euro
- 100-Tage-Durchschnitt: 15,92 Euro
- 14-Tage-RSI: 31,4 (überverkauft)
- Annualisierte Volatilität (30 Tage): ca. 43 %
Der ETF bildet den MVIS Global Rare Earth/Strategic Metals Index ab, der Minenbetreiber, Verarbeiter und Magnethersteller aus der gesamten Wertschöpfungskette umfasst. Diese breite Streuung erklärt, warum einzelne Unternehmensrisiken die Gesamtperformance stärker beeinflussen können als die reinen Rohstoffpreise.
Einfluss von China und geopolitischen Risiken
China dominiert die Produktion von Seltenen Erden mit einem Anteil von 90 % an der globalen Produktion und hält ebenfalls rund 90 % der weltweiten Separationskapazität. Nur etwa 10 % der Separationskapazität liegen außerhalb Chinas, wodurch die Preisbildung außerhalb des Landes intransparent bleibt.
„Nur etwa 10 Prozent der weltweiten Separationskapazität für Seltene Erden liegen außerhalb Chinas.“
Diese Konzentration erhöht die Anfälligkeit des Marktes für geopolitische Spannungen. Handelskonflikte, Regulierungsmaßnahmen und staatliche Eingriffe können die Verfügbarkeit und Preisbildung von Seltenen Erden schnell verändern.
Unternehmensspezifische Risiken: Fall Northern Minerals
Der australische Entwickler Northern Minerals, ein wichtiger Akteur im Bereich schwerer Selterner Erden, befindet sich seit Mai 2026 in einem Streit um chinanahe Investoren. Der australische Schatzkanzler zwang im Mai 2026 sechs chinanahe Investoren zum Verkauf von über 1,67 Milliarden Aktien. Der Stichtag zur Umsetzung verstrich am 2. Juli 2026. Northern Minerals meldete, dass ein Großteil der betroffenen Aktien weiterhin auf die Namen der ursprünglichen Investoren eingetragen bleibt und Daten an die Foreign Investment Division übermittelt werden.
Der Fall illustriert, wie geopolitische Eingriffe die Eigentümerstrukturen im Sektor prägen und potenziell die Stimmung im ETF beeinflussen können.
Warum die ETF-Performance von Rohstoffpreisen abweicht
Hohe Rohstoffpreise führen nicht automatisch zu einer positiven Fonds-Performance. Mehrere Faktoren tragen zu der beobachteten Diskrepanz bei:
- Strukturelle Zusammensetzung des ETFs: Der Index enthält Unternehmen mit unterschiedlichen Risikoprofilen, sodass schwächere Positionen die Gesamtrendite dämpfen können.
- Unternehmensspezifische Risiken: Beispiele wie Northern Minerals zeigen, dass regulatorische Eingriffe einzelne Aktien stark belasten können.
- Geopolitische Unsicherheit: Die Abhängigkeit von China erhöht das Risiko von Preisverzerrungen und Marktvolatilität.
- Marktvolatilität: Ein 14-Tage-RSI von 31,4 weist auf eine überverkaufte Situation hin, während die jährliche Volatilität von 43 % die üblichen Ausschläge im Sektor unterstreicht.
Wie ein Analyst betont: „Die Performance des VanEck ETFs wird durch unternehmensspezifische Risiken, geopolitische Spannungen und die Struktur des Fonds beeinflusst, was die Diskrepanz zur Rohstoffpreise erklärt.“
Schnellüberblick:
Warum ist der VanEck ETF trotz steigender Rohstoffpreise gefallen?
Die Performance des VanEck ETFs wird durch unternehmensspezifische Risiken, geopolitische Spannungen und die Struktur des Fonds beeinflusst, was die Diskrepanz zur Rohstoffpreise erklärt.
Wie hoch ist der aktuelle Wochenverlust des VanEck ETFs?
Der ETF verzeichnet einen Wochenverlust von 6,86 %.
Wie stark ist die Volatilität des ETFs?
Die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage liegt bei etwa 43 %.
Welcher Anteil der globalen Separationskapazität liegt in China?
Rund 90 % der weltweiten Separationskapazität für Seltene Erden befinden sich in China.
Wie stark ist der Preis von Dysprosium gestiegen?
Der Preis für Dysprosium ist im Jahr 2026 um 45 % seit Januar gestiegen.
Quellen
- https://www.rohstoffmarkt-analyse.de/preisentwicklung
- https://www.nachhaltigkeits-institut.de/seltene-erden





