
Die strategischen Bemühungen der G7-Staaten, ihre Abhängigkeit von China im Bereich seltener Erden zu reduzieren, stehen im Mittelpunkt einer tiefgreifenden Marktumstrukturierung. Wirtschaftliche und sicherheitspolitische Stabilität, langfristige Investitionen sowie technologische Führungspositionen im Westen hängen zunehmend von einer diversifizierten Lieferkette ab.
G7-Staaten forcieren Unabhängigkeit
Auf dem Pax Silica Summit in Washington bekräftigten 35 Nationen das Ziel, bis 2030 kein einzelnes Land mehr als 60 % der Importe seltener Erden zu kontrollieren. Das erklärte Ziel der G7 ist, die Abhängigkeit von China signifikant zu senken und damit die Verwundbarkeit westlicher Volkswirtschaften zu reduzieren.
„Auf dem Pax Silica Summit in Washington bekräftigten 35 Nationen diesen Kurs.“
China dominiert die Verarbeitung
Derzeit liegt der Marktanteil Chinas an der globalen Verarbeitung seltener Erden bei bis zu 90 % (2023). Diese Dominanz macht westliche Lieferketten anfällig für geopolitische Spannungen und Handelskonflikte.
- Marktanteil Chinas (Verarbeitung): 90 % – Jahr 2023
- Ziel G7: maximal 60 % der Importe pro Land – Jahr 2030
Ziele und Zeitplan bis 2030
Die G7 haben sich das klare Ziel gesetzt, dass kein einzelnes Land mehr als 60 % der Importe seltener Erden kontrollieren soll. Dieses Ziel soll bis zum Jahr 2030 erreicht werden. Die Vorgabe stammt aus einer OECD-Analyse von 2023.
Die Erreichung dieses Ziels erfordert den Ausbau von Verarbeitungsanlagen und den Aufbau neuer Rohstoffquellen außerhalb Chinas.
Neue Projekte und Investitionen außerhalb Chinas
Mehrere Großprojekte sollen die Lücke schließen:
- Steenkampskraal-Mine, Südafrika: Geplanter kommerzieller Start im August 2026, geschätztes Vorkommen von rund 2 Mrd. USD.
- Energy Fuels – Vacuumschmelze: Investition von 1,9 Mrd. USD (2023) für die Schaffung einer geschlossenen Lieferkette von der Mine bis zum Endprodukt, insbesondere Magneten.
- Weitere Verarbeitungsanlagen in Nordamerika und Europa sind in Planung, um hochreine Komponenten außerhalb Chinas zu produzieren.
Diese Initiativen werden als entscheidend für die Schaffung einer unabhängigen Infrastruktur angesehen.
Finanzielle Entwicklungen: VanEck Rare Earth and Strategic Metals UCITS ETF
Der VanEck Rare Earth and Strategic Metals UCITS ETF (A-USD-Acc) spiegelt die Marktunsicherheit wider. Aktuell notiert der Fonds bei 15,02 €, ein Tagesverlust von 2 % und ein Wochenrückgang von etwa 9 % (2023). Trotz dieser Korrektur liegt die Jahresperformance bei beeindruckenden +120 %.
Weitere Kennzahlen:
- 50-Tag-Durchschnitt: 16,55 €
- RSI: 38,2 % (überverkaufte Zone)
- 200-Tag-Unterstützung: 14,24 €
Analysten betonen, dass die kommenden Monate entscheidend für den Erfolg der westlichen Strategie seien, insbesondere im Hinblick auf den operativen Fortschritt neuer Verarbeitungsanlagen und den Start der südafrikanischen Produktion im Sommer 2026.
Risiken und Gegenargumente
Ein zentrales Risiko besteht in der Unsicherheit über zukünftige Marktbedingungen. Diese Unsicherheit könnte Investitionen in neue Projekte und Technologien bremsen und die geplanten Ziele gefährden.
Derzeitige Marktvolatilität, wie der wöchentliche Kursverlust des VanEck ETFs, verdeutlicht die Empfindlichkeit gegenüber geopolitischen und wirtschaftlichen Schwankungen.
Schnellüberblick:
Warum ist die Unabhängigkeit von China wichtig?
Die Unabhängigkeit von China in der Versorgung mit seltenen Erden ist entscheidend, um Handelskonflikte zu vermeiden und technologische Entwicklungen im Westen zu sichern.
Welcher Marktanteil hat China aktuell?
China kontrolliert bis zu 90 % der globalen Verarbeitung seltener Erden (2023).
Welches Ziel verfolgen die G7 bis 2030?
Kein einzelnes Land soll mehr als 60 % der Importe seltener Erden kontrollieren.
Welche neuen Projekte sollen die Lücke schließen?
Die Steenkampskraal-Mine in Südafrika (Start August 2026, Vorkommen ~2 Mrd. USD) und die 1,9 Mrd. USD-Investition von Energy Fuels in Vacuumschmelze sind zentrale Bausteine.
Wie entwickelt sich der VanEck Rare Earth ETF?
Der ETF verzeichnete im Jahr 2023 einen Gesamtrückgang von 9 % innerhalb einer Woche, aber ein Jahresplus von 120 %.







