
Die Auswahl der richtigen Anzahl und Art von ETFs ist ein zentraler Faktor für die Kapitalrendite und das Risiko eines Anlegerportfolios. Während ein einzelner breit diversifizierter ETF bereits eine umfassende Streuung über Länder und Branchen bietet, zeigen aktuelle Studien, dass bereits drei bis fünf gezielt ausgewählte ETFs ausreichen, um ein ausgewogenes Risiko-Rendite-Profil zu erreichen.
Warum die Anzahl der ETFs wichtig ist
Ein häufiges Missverständnis lautet, dass mehr ETFs automatisch zu einer besseren Diversifikation führen. In Wahrheit kann eine zu große Anzahl an ETFs zu Überschneidungen und sogenannten Klumpenrisiken führen. Wie Claudia Müller, Ökonomin und Gründerin des Female Finance Forums, erklärt:
„Für die meisten Anlegerinnen und Anleger reichen ein bis drei gut ausgewählte, breit diversifizierte ETFs aus.“
Diese Aussage wird durch empirische Daten gestützt, die zeigen, dass ein übermäßiger Ausbau des ETF-Bestandes das Risiko von überdurchschnittlichen Anlagerisiken erhöhen kann.
Optimale Anzahl von ETFs für Diversifikation
Laut einer Studie von Statista (2023) liegt die optimale Anzahl an ETFs für eine ausreichende Diversifikation zwischen 3 und 5. Diese Zahl ermöglicht eine breite Markt- und Sektorenabdeckung, ohne dass sich die einzelnen Positionen zu stark überschneiden.
- 3-5 ETFs bieten bereits eine solide Basis für ein diversifiziertes Portfolio.
- Mehr als fünf spezialisierte ETFs erhöhen das Risiko von Klumpenbildung.
- Qualität der Auswahl ist entscheidender als die reine Quantität.
Kombination von Industrieländern und Schwellenländern
Eine effektive Strategie besteht darin, einen ETF auf Industrieländer (z. B. MSCI World) mit einem ETF auf Schwellenländer (Emerging Markets) zu kombinieren. Diese Kombination liefert:
- Globale Abdeckung sowohl etablierter Märkte als auch wachstumsstarker Regionen.
- Ein ausgewogenes Verhältnis von Stabilität und Renditechancen.
Alternativ kann ein weltweiter ETF, der beide Regionen bereits integriert, verwendet werden. Auch hier gilt: ein nachhaltiger MSCI ACWI ESG-Index hat in den letzten Jahren häufig bessere Renditen erzielt als sein traditioneller Gegenpart.
Rolle von Anleihen-ETFs bei der Risikominimierung
Zur Stabilisierung des Portfolios, besonders bei kürzerem Anlagehorizont, sollten Anleihen-ETFs in Betracht gezogen werden. Ein ETF auf Staatsanleihen der Eurozone bietet:
- Stabilere, wenn auch niedrigere Renditen im Vergleich zu Aktien-ETFs.
- Eine Pufferfunktion, die Schwankungen im Gesamtportfolio abfedert.
Die Kombination aus einem breit gestreuten Aktien-ETF und einem Anleihen-ETF schafft ein ausgewogenes Risiko-Rendite-Verhältnis.
Nachhaltige ETFs und Renditepotenzial
Der MSCI ACWI ESG Index erzielte im Jahr 2022 eine Rendite von 8,5 %. Diese Performance übertrifft häufig die des traditionellen MSCI ACWI Index und unterstreicht das finanzielle Potenzial nachhaltiger Anlagen.
„Der nachhaltige MSCI ACWI schlägt seinen traditionellen Schwester-Index seit Jahren.“ – Claudia Müller
Die Daten stammen aus dem MSCI-Report von 2022 und belegen, dass ethisch orientierte Investments nicht nur gesellschaftlich, sondern auch ökonomisch attraktiv sein können.
Gefahren von Überdiversifikation und Klumpenrisiken
Ein zu stark diversifiziertes Portfolio kann unbeabsichtigte Überschneidungen erzeugen. Beispiel: Ein MSCI World ETF und ein Technologie-ETF überschneiden sich in vielen Positionen, was zu einem ungewollten Klumpenrisiko führt. Die Gefahr liegt darin, dass das Portfolio nicht mehr von der breiten Streuung profitiert, sondern vielmehr in wenigen Sektoren konzentriert ist.
- Mehrere breit gefächerte ETFs können zu doppelten Positionen führen.
- Klumpenrisiken erhöhen das Gesamtrisiko des Portfolios.
- Regelmäßige Überprüfung der Überschneidungen ist essenziell.
Praktische Tipps zur Zusammenstellung eines ETF-Portfolios
Basierend auf den genannten Fakten können Anleger folgende Schritte befolgen:
- Wählen Sie einen breit diversifizierten Welt-ETF (z. B. MSCI ACWI oder FTSE All-World) als Basis.
- Ergänzen Sie die Basis um einen Anleihen-ETF, insbesondere bei kürzerem Anlagehorizont.
- Falls gewünscht, fügen Sie einen thematischen oder nachhaltigen ETF hinzu, solange die Gesamtzahl 3-5 nicht überschreitet.
- Überprüfen Sie regelmäßig die Überschneidungen zwischen den gehaltenen ETFs.
- Stellen Sie sicher, dass jeder zusätzliche ETF einen klaren Mehrwert bietet.
Durch die konsequente Anwendung dieser Prinzipien können Anleger eine robuste Diversifikation erreichen, ohne unnötige Klumpenrisiken einzugehen.
Schnellüberblick:
Wie viele ETFs sollte ich in mein Portfolio aufnehmen?
Studien empfehlen in der Regel zwischen 3 und 5 ETFs für eine angemessene Diversifikation.
Welchen Einfluss haben nachhaltige ETFs auf die Rendite?
Der MSCI ACWI ESG Index erzielte 2022 eine Rendite von 8,5 %, was häufig besser ist als die Rendite des traditionellen MSCI ACWI.
Wie können Anleihen-ETFs das Risiko reduzieren?
Anleihen-ETFs, insbesondere solche auf Staatsanleihen der Eurozone, bieten stabilere Erträge und können Schwankungen im Aktien-Portfolio abfedern.
Was ist das Risiko von Überdiversifikation?
Zu viele spezialisierte ETFs können zu Überschneidungen führen, wodurch Klumpenrisiken entstehen und das eigentliche Ziel der Risikostreuung verfehlt wird.






