
Im dritten Quartal 2024 steht die Lufthansa Group vor einer doppelten Herausforderung: Auf der einen Seite drängen die stark steigenden Kerosinkosten das operative Ergebnis nach unten, auf der anderen Seite sorgt die robuste Nachfrage nach Premiumtickets und das boomende Frachtgeschäft für stabile Erlöse. Der aktuelle Quartalsbericht, den das Unternehmen am Dienstag veröffentlichte, liefert detaillierte Zahlen und verdeutlicht, wie das Luftfahrt-Konglomerat seine Strategie an die volatile Marktlage anpasst.
Wie stark belasten Kerosinkosten das Ergebnis?
Allein im dritten Quartal waren die Kerosinkosten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als eine halbe Milliarde Euro höher. Im Gesamtjahr rechnet die Lufthansa nun mit einem Anstieg der Treibstoffausgaben um 2 Milliarden Euro auf insgesamt 9,3 Milliarden Euro. Diese Kostenexplosion hat das Unternehmen veranlasst, die Jahresprognose erneut zu senken.
Aktuelle Jahresprognose und operatives Ergebnis
- Operatives Ergebnis 2024: 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro – maximal das Vorjahresniveau.
- Ursprüngliche Jahresprognose: deutlich höheres Gewinnwachstum, jetzt korrigiert.
- Juli-Prognose-Adjustment: 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro.
Finanzchef Till Streichert betonte, dass das Unternehmen trotz des Kosten-Drucks das operative Ergebnis im erwarteten Rahmen sieht.
Quartalsperformance: Besser als erwartet trotz hoher Treibstoffpreise
Im saisonal stärksten Quartal legte das bereinigte Betriebsergebnis um sechs Prozent auf 1,4 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr. Analysten hatten im Schnitt mit 1,37 Milliarden Euro gerechnet. Die Marge verringerte sich leicht auf 11,5 %.
“Die Nachfrage sei in allen Segmenten robust gewesen, was höhere Ticketpreise ermöglicht habe”, erklärte der Konzern im offiziellen Statement.
Aktienkursreaktion: Lufthansa an der MDax-Spitze
Die Veröffentlichung der Quartalszahlen löste an der Börse einen positiven Kursausbruch aus. Die Lufthansa-Aktie verteuerte sich um mehr als drei Prozent und erreichte damit die Spitze des MDax.
Segment-Analyse: Premiumtickets und Langstreckenflüge als Wachstumstreiber
Die Lufthansa Group, zu der neben der Kernmarke auch Swiss, Austrian, Brussels Airlines und ITA Airways gehören, verzeichnete besonders starke Verkaufserfolge im Premium- und Langstreckenbereich. Diese höhere Ticketnachfrage ermöglichte es, trotz gestiegener Betriebskosten höhere Erlöse zu erzielen.
Probleme bei Tochtergesellschaften: Lufthansa Airlines verzeichnet Gewinnrückgang
Während das Gesamtunternehmen profitabel bleibt, zeigte die Tochter Lufthansa Airlines einen signifikanten Gewinnrückgang um ein Drittel auf 300 Millionen Euro. Ursache war unter anderem die Zahlung von Entschädigungen an Kunden nach den Streiks im Frühjahr.
“Wir beschleunigen das Sanierungsprogramm, um die Kernmarke wieder zum Aushängeschild der Gruppe zu machen”, sagte Vorstandschef Carsten Spohr.
Frachtgeschäft als stabilisierender Faktor
Das Frachtsegment zeigte ein starkes Wachstum. Lufthansa Cargo verdreifachte den Betriebsgewinn, getrieben durch steigende Frachtraten und die erhöhte Nachfrage infolge des durch den Irankrieg beeinträchtigten Schiffsverkehrs.
Lufthansa Technik konnte ebenfalls von externen Wartungsaufträgen profitieren und erzielte deutlich höhere Erlöse.
Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Jahresverlauf
- Konzernergebnis Q3: 12,2 Milliarden Euro Umsatz (+9 % gegenüber den Vorhersagen).
- Umsatz in den ersten neun Monaten: 32,1 Milliarden Euro (+8 % YoY).
- Betriebsergebnis in den ersten neun Monaten: 1,33 Milliarden Euro (-9 % YoY).
- Erwarteter Rückgang des Betriebsgewinns 2026 um 15 % auf durchschnittlich 1,7 Milliarden Euro.
- Nettogewinn Jan-Sep 2024: 715 Millionen Euro (-35 %).
- Verfügbare Barmittel: fast 12 Milliarden Euro.
Strategische Investitionen: Ausbau durch Beteiligung an TAP Portugal
Die Lufthansa plant, ihre Position als größte Netzwerk-Airline Europas weiter auszubauen. Dafür soll die kürzlich angekündigte Übernahme eines Minderheitenanteils von knapp 45 % an der portugiesischen TAP Air Portugal für rund 1 Milliarde Euro genutzt werden.
Schnellüberblick:
Wie starte ich die Recherche?
Fügen Sie einfach den Rohentwurf, das Manuskript oder die zentralen Thesen Ihres Artikels ein, damit die passenden Ergänzungen und Quellen ermittelt werden können.
Wie stark haben die Kerosinkosten das Ergebnis beeinflusst?
Im dritten Quartal waren die Kerosinkosten um mehr als eine halbe Milliarde Euro höher als im Vorjahreszeitraum, was zu einer Anpassung der Jahresprognose um 2 Milliarden Euro führte.
Welche Segmente haben das operative Ergebnis gestützt?
Premiumticket-Verkäufe, Langstreckenflüge, das Frachtgeschäft (Lufthansa Cargo) und die Wartungsarbeiten von Lufthansa Technik trugen maßgeblich zu den robusten Ergebnissen bei.





