
Im dritten Quartal 2026 erreichte die Deutsche Bank einen Vorsteuergewinn von gut 2,63 Mrd. Euro, was einem Anstieg von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Erträge stiegen auf 8,3 Mrd. Euro, und die Nachsteuerrendite auf das materielle Eigenkapital (RoTE) lag bei 10,6 %. Trotz dieser operativen Stärke belasten laufende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Düsseldorf im Zusammenhang mit Cum-Cum-Geschäften der früheren Postbank das Institut. Die vorliegenden Kennzahlen verdeutlichen den Erfolg des seit 2019 laufenden Konzernumbaus, zeigen aber zugleich das Spannungsfeld zwischen Rekordertrag und juristischen Risiken.
Rekordzahlen im dritten Quartal 2026
- Konzernerträge Q3 2026: 8,3 Mrd. Euro
- Vorsteuergewinn Q3 2026: 2,63 Mrd. Euro (+8 % zum Vorjahr)
- Gewinn nach Steuern: rund 1,9 Mrd. Euro
- RoTE Q3 2026: 10,6 %
- Gewinnanteil für Aktionäre: ca. 1,6 Mrd. Euro
“Wir freuen uns, dass wir bereits das dritte Quartal in Folge einen Rekordgewinn erzielen konnten”, erklärte Vorstandsvorsitzender Christian Sewing.
Operative Effizienz – Kosten-Ertrags-Relation und Kapitalstärke
Der Vorsteuergewinn wurde maßgeblich durch disziplinierte Kostenkontrolle gestützt. Die Aufwand-Ertrag-Relation (Cost-Income-Ratio) verbesserte sich auf 62,4 % gegenüber 64,4 % im Vorquartal 2025. Die zinsunabhängigen Aufwendungen blieben stabil bei rund 5,2 Mrd. Euro, was die Kostendisziplin unterstreicht.
- Cost-Income-Ratio Q3 2026: 62,4 %
- Zinsunabhängige Aufwendungen: ca. 5,2 Mrd. Euro (stabil)
- Harte Kernkapitalquote (CET1) Ende Q3 2026: 14,0 %
“Das Gewinnplus beruht nicht allein auf Sondereffekten, sondern auf verbesserter Kosten- und Kapitaleffizienz”, verdeutlicht die Analyse der Zahlen.
Kapitalrückführung und Aktienrückkaufprogramme
Parallel zu den Rekordergebnissen hat die Bank ihre Kapitalrückführungspläne konsequent umgesetzt. Das zweite Rückkaufprogramm für das Jahr 2026 wurde im dritten Quartal abgeschlossen und erreichte ein Gesamtvolumen von 1,5 Mrd. Euro.
- Volumen Aktienrückkauf 2026: 1,5 Mrd. Euro
- Abschluss des zweiten Rückkaufprogramms im Q3 2026
“Damit schaffen wir einen realen Mehrwert für unsere Investoren, über die reine Reingewinn-Berichterstattung hinaus”, betont Sewing.
Investmentbank als Hauptgewinnbringer
Die Investmentbank trug mit einem Vorsteuergewinn von knapp 1,1 Mrd. Euro fast die Hälfte des Gesamtgewinns bei. Diese starke Performance unterstreicht die Bedeutung des geschäftsbereichs-spezifischen Gewinntreibers, macht das Institut jedoch zugleich anfällig für Schwankungen an den Kapitalmärkten.
- Vorsteuergewinn Investmentbank Q3 2026: ~1,1 Mrd. Euro
- Abhängigkeit vom volatilen Investmentbanking (Risiko laut Analyse)
Juristische Altlasten – Cum-Cum-Razzia und mögliche Folgen
Im Juli 2026 durchsuchte die Staatsanwaltschaft Düsseldorf im Rahmen des Projekts “Riesling” Räume der Deutschen Bank und der übernommenen Postbank. Die Ermittlungen beziehen sich auf Cum-Cum-Geschäfte der Jahre 2008-2010, bei denen ein potenzieller Steuerschaden von über 350 Mio. Euro geschätzt wird.
- Geschätzter Steuerschaden: > 350 Mio. Euro (genauer Wert 367 Mio. Euro)
- Betroffene Personen: 10 ehemalige Postbank-Manager
- Rechtlicher Status der Deutschen Bank: Drittpartei, keine direkten Unternehmensstrafen erwartet
“Wir sind als betroffene Drittpartei und Rechtsnachfolgerin im Verfahren geführt”, erklärte die Bank in einer Stellungnahme.
Ausblick – Ertragsperspektiven und Renditeziel 2028
Konzernchef Christian Sewing hebt die Ertragsperspektiven für das Gesamtjahr 2026 an und plant, das bisherige Ziel von 33 Mrd. Euro zu übertreffen. Gleichzeitig strebt die Bank für das Jahr 2028 eine Eigenkapitalrendite (RoTE) von über 13 % an.
- Geplantes Gesamtergebnis 2026: > 33 Mrd. Euro Erträge
- RoTE-Ziel 2028: > 13 %
“Gleichzeitig bestärkt uns die Entwicklung in unserer Zuversicht, dass wir unser Ziel einer Eigenkapitalrendite von über 13 Prozent für 2028 übertreffen können”, sagte Sewing.
“Wie viel mehr wir uns zutrauen und wie der Weg dorthin aussehen soll, planen wir im Januar zu erläutern, wenn wir unsere Jahresergebnisse vorlegen”, fügte er hinzu.
Schnellüberblick:
Wie steht die Deutsche Bank im europäischen Vergleich bei der Profitabilität da?
Mit einer Nachsteuerrendite auf das materielle Eigenkapital (RoTE) von 10,6 % im dritten Quartal 2026 nähert sich die Bank führenden europäischen Häusern an, bleibt jedoch hinter Instituten wie UBS oder UniCredit zurück, die teils Renditen über 14 % ausweisen.
Was droht der Deutschen Bank im Zusammenhang mit den Postbank-Cum-Cum-Ermittlungen?
Da die Bank im Düsseldorfer Verfahren primär als betroffene Drittpartei und Rechtsnachfolgerin gilt, drohen voraussichtlich keine direkten Unternehmensstrafen, jedoch Steuernachforderungen und Haftungsansprüche für die Jahre 2008-2010.
Quellen
- https://www.db.com/news/detail/20261028-deutsche-bank-veroeffentlicht-ergebnisse-zum-dritten-quartal-2026
- https://www.boerse.de/nachrichten/Deutsche-Bank-ueberrascht-mit-Gewinnplus-im-Sommer-Dax-Spitze/36594210
- https://www.juve.de/nachrichten/verfahren/nach-razzia-bei-der-deutschen-bank-verteidigerriege-formiert-sich





