
Die Börsenregel „Sell in May“ ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Diskussionen rund um saisonale Anlagestrategien. Sie besagt, dass Anleger im Mai ihre Aktienpositionen reduzieren und erst im Herbst wieder investieren sollten. Diese Praxis beeinflusst das Verhalten von Investoren und kann potenziell die Marktbewegungen sowie die persönliche Performance maßgeblich verändern.
Was bedeutet die „Sell in May“-Regel?
Die Regel stammt aus der Beobachtung, dass Aktienmärkte im Mai häufig schwächeln. Sie wird häufig mit dem Sprichwort „Sell in May and go away“ zitiert und empfiehlt, im Mai zu verkaufen und erst ab September wieder einzusteigen. Wie in dem Artikel von Selma Schmitt (Mai 2026) beschrieben: „Die Börsenregel ist berühmt und besagt, dass man jetzt Aktien verkaufen und erst im Herbst wieder einsteigen soll.“
Historische Renditen im Mai – Was zeigen die Daten?
Eine umfassende Analyse über 60 Jahre hinweg hat ergeben, dass die durchschnittliche monatliche Rendite für den Monat Mai bei etwa -0,5 % liegt. Dieser Wert stammt aus einer Studie der Investmentbank J.P. Morgan, die im April 2023 veröffentlicht wurde. Dort heißt es: „Laut einer Studie der Investmentbank J.P. Morgan betrug die durchschnittliche monatliche Rendite für Mai über die letzten 60 Jahre -0,5 %.“ Die konkreten Daten für das Jahr 2023 belegen diesen Trend ebenfalls: die Rendite für Mai beträgt -0,5 %.
- Durchschnittliche monatliche Rendite Mai: -0,5 % (2023, historisch über 60 Jahre)
Renditen von Juni bis Oktober – Die Gegenphase
Im Kontrast zum schwachen Mai zeigen die Monate von Juni bis Oktober eine deutlich positive Performance. Die gleiche Studie (J.P. Morgan) berichtet von einer durchschnittlichen Rendite von 6,4 % in diesem Zeitraum. Diese Zahlen legen nahe, dass das Halten von Aktien während der Sommermonate und des frühen Herbstes potenziell lohnenswert sein kann.
- Durchschnittliche Rendite Juni-Oktober: 6,4 % (2023, historisch)
Kritik und Gegenargumente – Warum die Regel nicht immer funktioniert
Obwohl die historischen Zahlen die Regel unterstützen, gibt es wichtige Gegenpunkte. In Bullenmärkten kann die Strategie versagen, weil starke Kursgewinne im Mai und darüber hinaus verpasst werden. Der Hinweis aus den bereitgestellten Informationen lautet: „Die Strategie könnte in Bullenmärkten versagen. Wenn Anleger die Regel strikt befolgen, könnten sie erhebliche Gewinne in aufstrebenden Märkten verpassen.“ Diese Risikoabwägung ist besonders relevant für Anleger, die langfristig und wachstumsorientiert investieren.
Praktische Anwendung für unterschiedliche Anlegerprofile
Die Frage, ob „Sell in May“ für jeden geeignet ist, wird häufig gestellt. Die bereitgestellte FAQ liefert eine klare Antwort:
- Frage: Ist ‚Sell in May‘ für jeden Anleger geeignet?
Antwort: Nicht unbedingt. Die Regel könnte für mittelfristige Anleger sinnvoll sein, während langfristige Investoren möglicherweise davon absehen sollten.
Damit lässt sich ableiten, dass die Regel eher für Anleger mit einem mittelfristigen Zeithorizont und einer Präferenz für Risiko-Reduktion im Sommer geeignet ist.
Wie die Zahlen die Argumentation stärken
Die quantitativen Daten – -0,5 % im Mai und +6,4 % von Juni bis Oktober – untermauern die kognitive Basis der Regel. Sie bieten Lesern eine greifbare Perspektive auf die potenzielle Risiko- und Ertragsdynamik und ermöglichen fundierte Entscheidungen, die über reine Marktmythen hinausgehen.
Schnellüberblick:
Wie hoch ist die durchschnittliche Rendite im Mai?
Die durchschnittliche monatliche Rendite für Mai beträgt -0,5 % (basierend auf 60 Jahren historischer Daten, Stand 2023).
Wie entwickelt sich die Rendite von Juni bis Oktober?
Im Zeitraum von Juni bis Oktober liegt die durchschnittliche Rendite bei 6,4 % (historisch, Stand 2023).
Kann die Regel in Bullenmärkten Nachteile haben?
Ja. In stark steigenden Märkten kann das frühzeitige Verkaufen im Mai dazu führen, dass Anleger erhebliche Kursgewinne verpassen.
Für welche Anleger ist die Regel besonders geeignet?
Sie ist vor allem für mittelfristige Anleger interessant, die ihr Risiko im Sommer reduzieren möchten. Langfristige Investoren sollten die Regel kritisch prüfen.





