
Ein neuer ETF, der 90 % seines Kapitals in Aktien und gleichzeitig 60 % in Anleihen investiert, hat in den Finanzmedien für Aufsehen gesorgt. Durch den gezielten Einsatz von Terminkontrakten soll diese scheinbar unmögliche Gewichtung realisiert werden und Anlegern höhere Renditen ermöglichen. Der Ansatz ist Teil eines wachsenden Trends hin zu innovativen, hochriskanten ETF-Strategien, die das klassische 60/40-Portfolio ablösen könnten.
Der neue ETF: 90 % Aktien und 60 % Anleihen
Der Kernanspruch des Produkts lautet, dass Anleger gleichzeitig 90 % ihres Portfolios in Aktien und 60 % in Anleihen engagieren können. Diese Doppelgewichtung wird nicht durch direkte Käufe, sondern durch den Einsatz von Terminkontrakten (Futures) ermöglicht. Der Einsatz von Derivaten erlaubt es, die Exposure-Quote zu hebeln, sodass die nominale Beteiligung die tatsächlichen Mittel übersteigt.
- 90 % Aktien-Exposure über Futures
- 60 % Anleihen-Exposure über Futures
- Hebelmechanismus erhöht sowohl Gewinn- als auch Verlustpotenzial
Seit seiner Einführung hat der ETF bereits gute Gewinne erzielt, was das Interesse von Anlegern an dieser neuartigen Kombination von Aktien- und Anleihen-Hebel verstärkt.
Wie funktionieren Terminkontrakte im ETF?
Terminkontrakte sind vertragliche Vereinbarungen, zu einem zukünftigen Zeitpunkt einen Basiswert zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Im Kontext des ETFs werden diese Kontrakte genutzt, um die gewünschte Gewichtung von 90 % Aktien und 60 % Anleihen zu simulieren, ohne dass das gesamte Kapital tatsächlich in die jeweiligen Märkte fließt. Durch diese Methode kann das Fondsmanagement die Exposure-Quote flexibel anpassen.
Risiken des Einsatzes von Hebelprodukten
Der Einsatz von Hebelprodukten wie Terminkontrakten erhöht nicht nur das Renditepotenzial, sondern birgt auch erhebliche Risiken. Die durchschnittliche jährliche Volatilität von leveraged ETFs lag im Jahr 2023 bei 15 %, ein Wert, der sowohl für potenzielle Gewinne als auch für mögliche Verluste spricht.
- Erhöhte Volatilität (15 % im Jahr 2023)
- Risiko signifikanter Verluste bei ungünstigen Marktbewegungen
- Komplexität der Derivatstruktur erfordert tiefes Marktverständnis
Investoren sollten sich bewusst sein, dass Hebelprodukte sowohl erhebliche Gewinne als auch Verluste herbeiführen können. Ein fundiertes Verständnis der Marktmechanismen und der möglichen Verlustgefahren ist unerlässlich, bevor man in einen solchen ETF investiert.
Marktentwicklung und ETF-Trends
ETF-Markt hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Im Jahr 2022 betrug das weltweite Marktvolumen von ETFs 10,3 Billionen USD, wie der „Global ETF Market 2022 Report“ der ETF Industry Association dokumentiert. Diese Zahlen zeigen das wachsende Interesse der Anleger an passiven Anlagevehikeln und schaffen ein Umfeld, in dem innovative Produkte wie der beschriebene 90/60-ETF Platz finden können.
- ETF-Assets 2022: 10,3 Billionen USD (Quelle: S1)
- Volatilität leveraged ETFs 2023: 15 % (Quelle: S2)
Der Trend zu größeren ETF-Assets verdeutlicht, dass Anleger vermehrt nach kostengünstigen und diversifizierten Anlagelösungen suchen. Der neue ETF nutzt diesen Trend, um mit einer Hebelstrategie neue Diversifikationsmöglichkeiten zu bieten.
Chancen und potenzielle Renditen
Durch die Kombination von hoher Aktienexposure und zusätzlicher Anleihenexposure über Futures kann der ETF potenziell von Aufwärtsbewegungen in beiden Märkten profitieren. Die bisher erzielten guten Gewinne deuten darauf hin, dass die Strategie unter den richtigen Marktbedingungen erfolgreich sein kann. Dennoch gilt es, die Renditeerwartungen stets im Kontext der genannten Risiken zu betrachten.
Fazit
Der neue ETF, der 90 % Aktien und 60 % Anleihen über Terminkontrakte kombiniert, stellt eine innovative Weiterentwicklung traditioneller Portfoliostrategien dar. Während die Möglichkeit hoher Renditen verlockend ist, erhöhen die Hebelwirkungen die Volatilität und das Verlustrisiko erheblich (15 % durchschnittliche Volatilität 2023). Anleger sollten die Chancen im Lichte des stark wachsenden ETF-Marktes (10,3 Billionen USD 2022) abwägen und nur investieren, wenn sie ein tiefes Verständnis für Derivate und deren Risiken besitzen.
FAQ
Was sind die Risiken eines Hebel-ETFs?
Hebel-ETFs können die Risiken einer Investition erhöhen, da sie durch den Einsatz von Terminkontrakten spekulative Positionen eingehen, was zu hohen Verlusten führen kann.
Wie wird die 90 % Aktien- und 60 % Anleihen-Gewichtung erreicht?
Die Gewichtung wird durch den Einsatz von Terminkontrakten realisiert, die es ermöglichen, die Exposure-Quote zu hebeln, ohne das gesamte Kapital direkt in die jeweiligen Märkte zu investieren.
Wie hoch ist die durchschnittliche Volatilität von leveraged ETFs?
Die durchschnittliche jährliche Volatilität von leveraged ETFs betrug im Jahr 2023 etwa 15 % (Quelle: S2).
Wie groß ist das globale ETF-Marktvolumen?
Im Jahr 2022 lag das weltweite Marktvolumen von ETFs bei 10,3 Billionen USD (Quelle: S1).





