
Aktive ETFs gewinnen in Europa rasant an Bedeutung. Sie verbinden die Flexibilität und Transparenz von Exchange Traded Funds mit einer aktiven Anlagestrategie, was sie zu einer dynamischen Ergänzung zu traditionellen Investmentprodukten macht. Dieser Artikel beleuchtet das beeindruckende Wachstum, die Kostenstruktur, die Performance sowie die wichtigsten Marktteilnehmer und Risiken aktiver ETFs in Europa.
Wachstum aktiver ETFs in Europa
Das Anlagevolumen aktiver ETFs hat sich innerhalb von zwei Jahren verdoppelt und liegt 2023 bei rund 1,5 Billionen US-Dollar (Quelle S1). In den letzten Jahren zeigte sich ein durchschnittliches jährliches Wachstum von über 20 Prozent (Jahresdurchschnittliches Wachstum 2023, Quelle S1). Diese Dynamik wird durch veränderte Anlegerpräferenzen und ein wachsendes Interesse am aktiven Management gefördert.
- Verdopplung des Volumens in nur zwei Jahren
- Durchschnittliches jährliches Wachstum >20 %
- 2023: 1,5 Billionen USD Anlagevolumen
Aktive ETFs in Deutschland
In Deutschland machen aktive ETFs knapp 3 % des gesamten ETF-Marktes aus. Im August 2025 wurden dort rund 63,4 Milliarden Euro verwaltet, während das gesamte ETF-Universum 2,3 Billionen Euro umfasst. Trotz des geringen Marktanteils wächst die Produktpalette schnell, und die Zahl der Anbieter stieg von 17 auf 27 innerhalb eines Jahres.
Marktanteile und führende Anbieter
Europaweit dominiert JP Morgan den Markt für aktive ETFs mit einem Anteil von 54,6 % (Quelle S2). Dieser Marktführer bietet unter anderem den JPM US Research Enhanced Equity Active ETF, der in manchen Dachfonds mehr als ein Viertel des Vermögens ausmacht.
- JP Morgan: 54,6 % Marktanteil (2023, Quelle S2)
- Wachsende Anbieterbasis: von 17 auf 27 in Deutschland
- Besonders gefragt: diskretionär verwaltete Aktienstrategien
Kostenvergleich zwischen ETF-Typen
Laut einer Untersuchung von Morningstar betragen die jährlichen Kosten für aktive Aktien-ETFs im Durchschnitt 0,37 % (2023). Das ist deutlich günstiger als die durchschnittlichen 1,3 % bei traditionellen aktiv gemanagten Fonds und liegt nur leicht über den 0,27 % Standard-ETFs.
- Aktive Aktien-ETFs: 0,37 % Jahresgebühr (2023, Quelle S3)
- Traditionelle aktive Fonds: 1,3 % Jahresgebühr
- Passive ETFs: ca. 0,27 % Jahresgebühr
Der Kostenvorteil macht aktive ETFs besonders attraktiv für Anleger, die Kosten und Performance in Einklang bringen möchten.
Performance und Outperformance
Die Performanceanalyse von Morningstar zeigt, dass aktive ETFs ihre Benchmarks häufiger schlagen als klassische aktive Fonds. Auf Jahressicht übertreffen 42,3 % der aktiven Aktien-ETFs ihre Referenzkategorie, während dies bei aktiven Fonds nur 27,7 % sind. Über einen Dreijahreszeitraum gelingt 31,8 % der aktiven ETFs eine Outperformance gegenüber traditionellen Fonds.
- 42,3 % übertreffen Benchmark auf Jahressicht (2023, Quelle S3)
- 31,8 % Outperformance über drei Jahre
- Aktive Anleihen-ETFs: Wahrscheinlichkeit der Benchmark-Übertreffung um ca. 20 %punkte höher
Transparenz, Kosten und Outperformance
Ein Wendepunkt für die Struktur des Marktes ist die Zulassung semitransparenter ETFs. Seit April erlaubt die irische Zentralbank Managern, ihre Portfoliobestände erst 30 Geschäftstage nach Quartalsende offenzulegen. Fidelity International hat in diesem Rahmen einen semitransparenten aktiven ETF in Europa lanciert, Jupiter folgte kurz darauf. Tracking Errors von 7 bis 8 % verdeutlichen, wie weit sich diese Produkte von der Benchmark entfernen können – mit entsprechend höherem aktivem Risiko.
Die Betrachtung des Wachstums aktiver ETFs in Europa zeigt eine beeindruckende Dynamik: Diese Produkte erreichen ein durchschnittliches jährliches Wachstum von über 20 Prozent, was auf ein stark zunehmendes Interesse der Anleger am aktiven Management hinweist. In Anbetracht der raschen Veränderungen in der Finanzlandschaft wird erwartet, dass aktive ETFs eine zunehmend bedeutende Rolle einnehmen werden.
Zusätzlich zu einer teils deutlich geringeren Kostenstruktur im Vergleich zu traditionellen aktiv gemanagten Fonds bewegen sich die durchschnittlichen Kosten aktiver Aktien-ETFs bei 0,37 Prozent. Dies macht sie zu einer attraktiveren Wahl für Anleger, die Kosten und Performance in Einklang bringen möchten (Morningstar, 2023).
Risiken und Tracking Error
Ein wichtiges Gegenstück zum Potenzial aktiver ETFs sind höhere Tracking Errors. Diese können zu einer größeren Abweichung von den Benchmarks führen und sollten von Investoren berücksichtigt werden.
- Tracking Errors von 7-8 % bei semitransparenten Produkten
- Höheres aktives Risiko im Vergleich zu passiven ETFs
- Notwendigkeit einer genauen Prüfung von Transparenzregimen und Kostenstruktur
Fazit
Aktive ETFs haben sich in den letzten Jahren von einem Nischenprodukt zu einem bedeutenden Wachstumssegment entwickelt. Das schnelle Volumenwachstum, der klare Kostenvorteil gegenüber traditionellen aktiven Fonds und die überdurchschnittliche Outperformance machen sie zu einer attraktiven Option für zukunftsorientierte Anleger. Gleichzeitig erfordern höhere Tracking Errors und unterschiedliche Transparenzregime eine sorgfältige Analyse. Insgesamt bieten aktive ETFs eine vielversprechende Ergänzung zu passiven Kernbausteinen und erweitern den Werkzeugkasten für ein diversifiziertes Portfolio.
FAQ
Was sind aktive ETFs?
Aktive ETFs kombinieren die Flexibilität und Transparenz von ETFs mit einer aktiven Anlagestrategie und werden von Fondsmanagern gesteuert.
Wie hoch ist das aktuelle Anlagevolumen aktiver ETFs in Europa?
2023 beträgt das Anlagevolumen etwa 1,5 Billionen US-Dollar.
Welcher Anbieter dominiert den europäischen Markt für aktive ETFs?
JP Morgan hält mit 54,6 % den größten Marktanteil.
Wie unterscheiden sich die Kosten aktiver ETFs von traditionellen aktiven Fonds?
Aktive Aktien-ETFs kosten im Durchschnitt 0,37 % pro Jahr, während traditionelle aktive Fonds rund 1,3 % verlangen.
Wie häufig übertreffen aktive ETFs ihre Benchmarks?
42,3 % der aktiven Aktien-ETFs schlagen ihre Referenzkategorie auf Jahressicht.
Welche Risiken sind mit aktiven ETFs verbunden?
Höhere Tracking Errors (7-8 %) können zu größeren Abweichungen von den Benchmarks führen.





