
Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) hat im dritten Quartal 2026 ein deutlich verbessertes Konzernergebnis von 3,7 Mio. EUR erzielt und damit die Gewinnzone nach zwei Verlustquartalen wieder erreicht. Trotz dieses Turnarounds bleibt die kumulierte Neunmonatsbilanz mit einem Verlust von 30,3 Mio. EUR und einem Ergebnis je Aktie von -1,75 EUR stark rot. Gleichzeitig erholen sich die Bewertungsmultiplikatoren, die über die vergangenen Monate das Unternehmen belastet hatten, während der Discount zum Net Asset Value (NAV) weiterhin bei über 40 % liegt. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Kennzahlen, strategischen Entwicklungen und Marktkommentare zusammen.
Erholung der Bewertungsmultiplikatoren im dritten Quartal
Im Sommerquartal hat die DBAG die Wirkung fallender Peer-Group-Multiples teilweise neutralisiert. Die Bewertungsmultiplikatoren trugen laut Unternehmensangaben dazu bei, die Belastungen des ersten Halbjahres deutlich zu verringern. Der Vorstandssprecher Tom Alzin betont: “Der Gesamtmarkt ist nach wie vor von Herausforderungen gekennzeichnet”, und ergänzt: “Im dritten Quartal ließ sich eine Erholung feststellen”.
Die Erholung spiegelt sich im Brutto-Bewertungsergebnis von 17,4 Mio. EUR wider, das die negativen Effekte aus H1 2026 mit 49 Mio. EUR mindert. Dennoch bleibt das Unternehmen stark von Schwankungen an den Börsen abhängig, da ein großer Teil der Portfolio-Bewertung auf börsennotierten Vergleichsunternehmen beruht.
Neunmonatsbilanz: Gewinnrückkehr, aber rotes Ergebnis
Das dritte Quartal 2026 brachte ein Konzernergebnis von 3,7 Mio. EUR (“Wiedererreichung der Profitabilität nach zwei Verlustquartalen”). Im Vergleich dazu lag das Vorjahresquartal bei nur 0,2 Mio. EUR. Trotz dieses Fortschritts ergibt sich im Neunmonatszeitraum ein kumulierter Verlust von -30,3 Mio. EUR – im Vorjahr war dort ein Gewinn von 8,4 Mio. EUR verzeichnet worden.
- Ergebnis je Aktie (EPS) 9M 2026: -1,75 EUR (Vorjahr: +0,47 EUR)
- Aktionärsrückflüsse je Aktie: 1,48 EUR
- Ausstehende Aktien: 17.255.296 Stück
Der Verlust resultiert vor allem aus den starken Bewertungsabschlägen des ersten Halbjahres, die das Ergebnis um 49 Mio. EUR belasteten. Das positive Ergebnis des dritten Quartals (+17,4 Mio. EUR) reduzierte diesen Rückstand, reichte jedoch nicht aus, um die neun-Monats-Rot-Zahl komplett auszugleichen.
Bestätigte Jahresprognose 2026 trotz Marktvolatilität
Die DBAG hält an ihrer angepassten Prognose für das Gesamtjahr 2026 fest. Erwartet werden:
- Net Asset Value (NAV) je Aktie zwischen 32 EUR und 36 EUR
- EBITA aus der Fondsberatung zwischen 9 Mio. EUR und 11 Mio. EUR
- Bereits im Neunmonatszeitraum wurde ein EBITA von 10,1 Mio. EUR erreicht (Vorjahr 11,2 Mio. EUR)
Damit bleibt die Langfrist-Strategie unverändert, auch wenn die Diskrepanz zwischen Börsenkurs und NAV die Anleger weiterhin verunsichert.
Hohe Transaktionsdichte: Investitionen, Exits und Portfolio-Umschichtung
Die DBAG hat im Berichtszeitraum eine bemerkenswerte Aktivität bei Transaktionen gezeigt:
- Neun Transaktionen in neun Monaten: vier Neu-Investitionen und vier Veräußerungen
- Neu-Investitionen: Hipp Technology Group, TNL-Gruppe, SignalFisher (Cybersecurity) und Vected (Wärmebildtechnik)
- Exits: Vier planmäßige Exits plus ein zusätzlicher Exit von Green Datahub nach Berichtsschluss
- Green Datahub: Verkauf des Rechenzentrumsportfolios an einen von Westend Real Assets beratenen Fonds – zweiter vollständiger Exit aus dem Segment “Langfristige Beteiligungen”
- Buy-and-Build-Strategie: 13 Add-On-Akquisitionen auf Portfolioebene
Parallel dazu wird der Portfolio-Mix stärker auf zukunftsweisende Branchen ausgerichtet. Der Anteil von IT-Services und Software stieg auf 28 % (Vorquartal: 21 %). Trotz intensiver Investitionstätigkeit hat die verfügbare Liquidität einen leichten Rückgang von 96,7 Mio. EUR (Ende Q2) auf 78,8 Mio. EUR (Stichtag 30. September) erfahren, bleibt jedoch komfortabel für weitere Opportunities.
Bewertungsdiscount: Kurs vs. Net Asset Value
Der aktuelle Börsenkurs der DBAG liegt bei etwa 19 EUR, während der NAV je Aktie bei 33,84 EUR (Ende September) liegt. Dies bedeutet einen Discount von rund 41,5 % bis 45 % – in der Praxis über 40 %.
Die Diskrepanz wird von Analysten wie Goldesel Research als Hinweis auf eine anhaltende Risikoaversion der Märkte gegenüber mittelständischem Beteiligungskapital interpretiert. Der Discount sei ein “dauerhafter Substanzabschlag an der Börse”, der nicht mit dem inneren Wert des Unternehmens verwechselt werden dürfe.
Schnellüberblick:
Warum schrieb die DBAG trotz positivem Q3-Ergebnis in den ersten neun Monaten 2026 rote Zahlen?
Verantwortlich war das schwache erste Halbjahr 2026, in dem gefallene Bewertungsmultiplikatoren an den Aktienmärkten das Bewertungsergebnis mit -49 Mio. EUR belasteten. Das positive dritte Quartal (+17,4 Mio. EUR) konnte diesen Rückstand nur verringern, nicht aber vollständig ausgleichen.
Wer kaufte das Rechenzentrumsportfolio von Green Datahub?
Der Käufer ist ein durch Westend Real Assets beratener Infrastrukturfonds. Für die DBAG ist dies der zweite erfolgreiche Exit innerhalb ihrer eigenfinanzierten Strategie “Langfristige Beteiligungen”.
Wie hoch ist der aktuelle Bewertungsabschlag der DBAG-Aktie gegenüber dem NAV?
Bei einem Börsenkurs um 19 EUR und einem NAV von 33,84 EUR je Aktie liegt der Discount bei über 40 %, genauer zwischen 41,5 % und 45 %.
Quellen
- https://www.eqs-news.com/de/news/corporate/deutsche-beteiligungs-ag-hohe-transaktionsdichte-erholung-der-bewertungsmultiplikatoren-und-bestaetigte-prognose/2165089
- https://de.investing.com/news/company-news/deutsche-beteiligungs-ag-verzeichnet-stabilen-net-asset-value-im-dritten-quartal-93CH-3221291
- https://goldesel.de/news/aktien/deutsche-beteiligung-aktie-neunmonatsverlust-jahresprognose-bleibt-bestaetigt





