
Im dritten Quartal 2023 hat der Volkswagen-Konzern ein deutliches Minus von rund 5,82 Milliarden Euro nach Steuern gemeldet – ein Ergebnis, das deutlich schlechter ausfällt als im Vorjahr, als das Unternehmen noch einen Fehlbetrag von 1,07 Milliarden Euro ausweisen musste. Die Zahlen verdeutlichen, wie stark Sondereffekte, eine Abschreibung auf die Porsche-Tochter und ein schwaches Marktumfeld in China das gesamte Konzernergebnis belasteten.
Volkswagens Quartalsverlust im dritten Quartal 2023 – Zahlen im Überblick
Die wichtigsten Kennzahlen des Konzernquartals Juli bis September 2023 lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Konzernergebnis nach Steuern: minus 5,82 Mrd. Euro
- Umsatz: 75,28 Mrd. Euro (Rückgang um 6,3 % gegenüber Vorquartal)
- Sondereffekte: 7,8 Mrd. Euro
- Abschreibung auf Porsche: 6,4 Mrd. Euro
- Fahrzeuglieferungen (Juli-September): 1,89 Mio. Fahrzeuge – 14,3 % weniger als im Vorjahr
- Verkäufe in China: 406 000 Fahrzeuge – Rückgang um 38,5 %
- Gesamtlieferungen bis Ende September: 6 Mio. Fahrzeuge – 9,0 % bzw. rund 600 000 weniger als im Vorjahr
Ursachen des Verlusts – Sondereffekte und Marktbedingungen
Der wesentliche Grund für das negative Ergebnis waren die hohen Sondereffekte in Höhe von 7,8 Milliarden Euro. Diese umfassen vor allem die Abschreibung auf den Firmenwert der Porsche-Tochter, aber auch weitere Kosten, die durch das schwache Marktumfeld in China, den global steigenden Preis- und Wettbewerbsdruck sowie einen erhöhten Anteil margenschwächerer Elektro-Autos an den Verkaufsmengen entstanden sind.
“Der Druck in den wichtigsten Märkten, insbesondere in China, hat sich deutlich verstärkt”, lautete ein Statement des VW-Managements. Zusätzlich belasteten die US-Zollpolitik und die notwendigen Kurskorrekturen in der Elektro-Strategie die Finanzlage.
Porsche-Abschreibung – Wie ein Milliardenverlust entsteht
Die Abschreibung auf den Firmenwert von Porsche belief sich auf rund 6,4 Milliarden Euro. Diese Wertberichtigung ist zwar nicht zahlungswirksam, wirkt sich jedoch stark auf den operativen Gewinn von Volkswagen aus. Hintergrund ist die sinkende Erwartung an die zukünftige Entwicklung der Luxusmarke.
“Porsche war einst eine Gewinnperle des Konzerns, doch die anhaltende Krise hat zu einer erheblichen Neubewertung geführt”, so ein Analyst der Branche.
Verkaufszahlen und Marktperformance, besonders in China
Die Fahrzeuglieferungen des Gesamtkonzerns gingen im dritten Quartal deutlich zurück. Insgesamt wurden 1,89 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert – ein Rückgang von fast 14,3 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
In China, einem der wichtigsten Absatzmärkte für Volkswagen, fiel die Zahl der verkauften Fahrzeuge auf knapp 406 000, was einem deutlichen Rückgang von 38,5 % entspricht. Dieser Einbruch ist ein zentraler Treiber für das geschädigte Ergebnis.
Ausblick und Prognosen des Managements
Das Management um Konzernchef Oliver Blume hat bereits Mitte September die Gewinnprognose für das laufende Jahr nach unten korrigiert. Der operative Gewinn soll höchstens noch ein Prozent des Umsatzes betragen – deutlich unter der vorherigen Spanne von 4,0 % bis 5,5 %.
Für das Jahr 2025 wurde eine operative Rendite von 2,8 % angegeben, während der Umsatz für 2026 bei rund 315 Mrd. Euro erwartet wird. Dies liegt in der Mitte der bisherigen Prognosebandbreite. Vorher hatte Volkswagen noch ein Umsatzplus von bis zu 3 % gegenüber dem Vorjahr prognostiziert, nun wird im besten Fall nur noch eine stabile Entwicklung erwartet – im schlechtesten Fall könnten die Erlöse um bis zu 3 % zurückgehen. Im Vorjahr lag der Umsatz bei 321,9 Mrd. Euro.
“Wir setzen alles daran, die Kosten des Konzernumbaus zu kontrollieren und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit unserer Modelle, insbesondere im Bereich E-Mobility, zu stärken”, erklärte Oliver Blume.
Schnellüberblick:
Wie hoch war das Konzernergebnis nach Steuern im dritten Quartal?
Das Konzernergebnis nach Steuern betrug rund minus 5,82 Milliarden Euro.
Wie hoch waren die Sondereffekte im Quartal?
Die Sondereffekte beliefen sich auf 7,8 Milliarden Euro.
Wie viel Euro wurde für die Porsche-Abschreibung ausgewiesen?
Die Abschreibung auf Porsche betrug rund 6,4 Milliarden Euro.
Wie viel Prozent weniger Fahrzeuge wurden im Vergleich zum Vorjahr verkauft?
Das Unternehmen lieferte 1,89 Millionen Fahrzeuge – das sind 14,3 % weniger als im Vorjahr.
Wie stark fiel der Fahrzeugabsatz in China?
In China verkaufte Volkswagen im dritten Quartal 406 000 Fahrzeuge, ein Rückgang von 38,5 % gegenüber dem Vorjahr.
Welche operative Gewinnspanne wird für das laufende Jahr erwartet?
Die Prognose liegt bei maximal einem Prozent des Umsatzes, deutlich unter der vorherigen Spanne von 4,0 % bis 5,5 %.







